Was ich von Anleitungen lernen konnte oder
was hinter einer Anleitung stecken kann bzw.
wa
rum ich Anleitungen lieben gelernt habe …

…, weil ich´s grad wieder gelesen habe: „Die 10 Schritte zu mehr Bewegung in deinem Leben!“ Und weil
meine Einstellung zu Anleitungen eine Wandlung durchgemacht hat.

Was wäre, wenn Anleitungen

  1. … als Orientierungsgeber dienen? Früher, in meinem vergangenen Leben, in meinem ersten Leben bevor ich mich verändert habe, bevor mein Sohn geboren war, dachte ich: „Ah, eine Anleitung super. So mach ich´s.“ Ich hatte viele Anleitungen und immer wieder kamen neue dazu. Bis ich endgültig verwirrt war und ich – gefühlt – eine einzige „Anleitung“ war. Völlig fremdgesteuert habe ich mich, mein Sein, meine Persönlichkeit, meine Intuition, meine Gefühle verloren. Neeiiin, ganz so stimmt es natürlich nicht, nur streckenweise war es da. Zwischendurch hatte ich auch Spaß, viel Spaß und Freude und habe mein Leben genossen. Fragen beschäftigten mich, wie warum fühlt sich eine Anleitung fremdgesteuert an? Was verwirrt mich dabei? Und noch eine Frage drängt sich auf: Was heißt für mich Orientierung? Nur Überblick haben oder mir darüber klar werden, in welche Richtung es gehen soll?
  2. … zum Lernen da sind? Wenn ich heute zurückschaue, zurückdenke, zurückspüre, gab es tatsächlich einen Punkt in meinem Leben, wo es einfach zu viel war. Wo ich die Folgen meiner Unwissenheit über mich, über mein Leben, deutlich gespürt habe. Gezeigt haben sie sich im Mantel der Überforderung, der Orientierungslosigkeit und einem großen Mantel für Stress. „Ich brauch eine Anleitung!“ sagte ich mir damals. „10 Schritte wie du aus meinem Stress rauskommst.“ „Orientierung leichtgemacht.“ „Mehr Ordnung in deinem Leben. So geht´s!“ Ja, ich hab sie alle gemacht. Alle begonnen und hat auch geholfen, sie waren nützlich jede auf ihre Weise. Bei der einen Anleitung bin ich bis Schritt fünf gekommen Bei einer anderen gar nur bis Punkt drei. Diese Gemeinsamkeit ist mir irgendwann am Weg aufgefallen. Was lässt mich die Anleitungen nicht zu Ende bringen? Was gibt es zu lernen?
  3. … als Inspiration zur Verfügung stehen? Heute weiß ich und hab für mich gelernt: In den Anleitungen steht nichts darüber drin, wie ich mit „traurig sein“ umgehe. Bin ich ein Mensch, der das „traurig sein“ mit anderen bespricht? Oder hab ich gelernt, beim „traurig sein“ bin ich lieber allein? Was genau macht mich denn traurig? Hab ich gelernt „traurig sein“ darf ich nicht zeigen, es darf niemand bemerken?
    All diese Fragen hab ich mir auch gestellt, wenn mir der Frust, das „keinen Spaß“, keine Zeit, der Stress, die Depri,  das „krank sein“, das „keine Motivation“, das „keinen Bock“ haben, die Ausreden, das „Körpertraining ist zach“, über den Weg gelaufen sind und ich drüber gestolpert bin und ich aus dem Gleichgewicht gekommen bin.
    Manche dieser Themen sind langsamer gelaufen, wie z.B. „keinen Spaß“. Einige haben sich immer wieder nur kurz blicken lassen. Manchmal, wenn ich dachte: „Ich bin durch, mit diesem Thema: Jetzt weiß ich wo, wie und wann ich meinen Körper in Bewegung bringe. Welche Radtour ich diese Woche mache. Dann ist es vorgekommen, dass wieder eine Lernaufgabe sich in den Weg gestellt hat. Groß und breit, dass ein Vorbeigehen, ein Umschiffen unmöglich schien. Und dann kann ich immer noch entscheiden. Jetzt oder später? Ist es etwas Größeres oder reicht ein kurzes Feedback? Brauch ich dabei Unterstützung von außen oder bring ich es selber auf die Reihe? Heute kann ich mit all den Ablenkungen, die im Weg stehen oder die mich am Weg begleiten oder Herausforderungen, die noch kommen – und davon geh ich aus – gelassen und entspannt umgehen. Wobei ich auch nicht weiß, ob noch Herausforderungen kommen und in welcher Dimension und ob mich die eine oder andere nicht doch noch in mein altes gelerntes Verhalten switchen lassen. Danke an all meine Lehrer und Mentoren!
  4. … Start für Veränderung, für Orientierung, für Spaß, für Lernen, für „in Bewegung kommen“, für …., da sind?

Heute fahre ich wieder leidenschaftlich gern mit dem Rad, möchte all die Ablenkungen, Herausforderungen nicht missen und liebe und lebe meine Individualität, meine Selbstbestimmung, meine Authentizität, meine Freude, in allen Plus/Minus-Ausprägungen.

Und ich gestalte mir meine Anleitungen selber, so dass sie genau zu mir passen.