Weil es so gut schmeckt

Frau Brot sitzt gemütlich in ihrem Sofa und strickt an ihrem Socken, wie häufig nach getaner Arbeit und mit einer speziellen ruhigen Stimmung im Raum.

Sie sieht ihren Sohn, wie er ein Butterbrot mit Schinken isst. „Ah, lecker!“ Sofort werden Erinnerungen an eine Vielzahl von Erlebnissen aus ihrer Kindheit und Jugendzeit wach. Vergessen ist die Idee: „Du isst nur, wenn du Hunger hast.“

Denn in diesem Moment ist sie wieder das junge achtjährige Mädchen von damals, wie sie jede Menge Butterbrote gegessen hat, das Brot frisch vom Bäcker, ganz weich, ganz frisch, ganz saftig. Die Butter drauf, das schmeckt richtig gut. Einfach nur gut!

Wieder zurück vom Gedankenausflug fragt sie sich: „Heißt es, dass es in meinem zu Hause, damals, zu wenig Gutes gegeben hat?“

Was heißt „gut“?

„Gut“ ist eigentlich etwas Besonderes.

Heißt das, dass es bei mir nichts Besonderes gegeben hat?

Wie komm ich auf die Idee etwas Besonderes zu wollen … „Ahhhhhhhhh, Schluss, Blödsinn. Es geht um ein Brot, ein Brot mit Butter und Schinken drauf – damals war ich ein Kind – heute, ja, was ist heute? Heute bin ich erwachsen, bin ich gewachsen an den Erinnerungen, an den Erfahrungen und esse das Brot mit Butter und Schinken drauf, weil es einfach gut schmeckt.“

Als ich diese Geschichte von einer Klientin gehört habe und die Sitzung zu Ende war, habe ICH mich gefragt: Was heißt eigentlich erwachsen sein? Wie verhalte ich mich als Erwachsene? Und bei welchen Gelegenheiten bin ich noch nicht erwachsen? Und noch einige Fragen mehr 🙂 🙂

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*